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Alles über Aurich

Aurich im Kreuzbachtal. Seit etwa der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts urkundlich erwähnt. Der Ort ist durch archäologische Funde als merowingerzeitliche Siedlung ausgewiesen. Bis um die Mitte des 20. Jahrhunderts wurde hier überwiegend Landwirtschaft sowie Obst- und Weinbau betrieben. Heute fast ausschliess1ich Auspendler in die Kernstadt sowie dem Stuttgarter Raum. Zum 1. Januar 1975 erfolgte als letzter Stadtteil die angeordnete Eingliederung zur Grossen Kreisstadt Vaihingen an der Enz.

Vom Weideplatz der Auerochsen bis zum Stadtteil Aurich

Die Ortsgeschichte von Aurich. Die Besiedlung unserer Markung hat wahrscheinlich mit den Römern (85 n.Chr.) begonnen. Im Gewann Wintergeißlingen sind Gebäudereste, Ziegel und ein ausgemauerter Brunnen gefunden worden. Diese Siedlung lag an der Straße von Enzweihingen - Bonlanden - Wintergeißlingen - Nußdorf - Friolzheim.

Im Gewand Weiler fand 1913 der Auricher Bürger Georg Maisch ein Fundament mit Brand­ spuren. Es handelte sich um einen 6 m breiten Keller mit 80 cm starken Mauern und einem 1,8 m breiten Eingang. Vielleicht war das eine römische »Villa Rustican. Nach der Vertreibung der Römer (250 n.Chr.) beherrschten die Alemannen unseren sogenannten »Entzgowe«. Der Flurname bzw. Ortsname »Urach« oder ~Houra« ist im 8.Jahrhundert entstanden. Er beweist, dass im Kreuzbachtal der Ur- oder Auerochse sein Weideland hatte. Wahrscheinlich haben die ersten Herren von Aurich um 900 einen Wehrturm erbaut; der heute unser Kirchturm ist. Im Jahre 1090 sind die Herren von Aurich erstmals urkundlich erwähnt. Sie gehörten zum Hochadel und waren Verwandte der Grafen von Vaihingen. Im Schutze des Wehrturms entstand der Ort Aurich. Der Ortskern ist heute noch erkennbar: Aus Urkunden ist bekannt, dass der Ort bis 1147, mit dem Namen Houra«, bis 1160 »Uraha«, bis 1700 »Urach«, bis 1806 »Aurach« und ab dann mit Aurich« bezeichnet wurde.

Im 13. Jahrhundert befanden sich umfangreiche Rechte und Güter in Aurich im Besitz der Herren von Roßwag. Die Kirche von Aurich stand abwechselnd unter dem Einfluss des Klosters Herrenalb, dem Minoritenkloster in Pforzheim und dem Bischof von Speyer. Das im Jahr 1361 meldet; dass sich der Ritter Undolf von Hemmingen und der Frühmesser von Aurich an den Einkünften der Pfarrei vergriffen hatten. Am 14. Mai 1361 wurden sie vom Probst von Speyer, dem Dekan zu Leonberg und den Leutpriestern von Vaihingen und Hemmingen unter Glockengeläut und bei angezündeten Lichtern feierlich gebannt. Niemand durfte mehr mit ihnen reden, sonst wäre derselbe Bann auf den Betreffenden gefallen.

Die Auricher Mühle ist im Jahre 1437 erwähnt. Der Schultheiß von Vaihingen, der Schultheiß und das Gericht von Aurich leihen Konz Müller von Riet die Mühle von Aurich zu einem Erblehen mit besonderer Mühlordnung.

Bereits im Jahre 1389 hat der Herzog von Württemberg den Ort gekauft. Die Auricher waren Untertanen des Herzogs mit. allen Pflichten und Rechten. Aus dem Forstlagerbuch des Revieramts Mönsheim geht hervor, dass Aurich zum »Leonberger Vorst« gehörte. Die nördliche Grenze war die Enz. Dort begann der »Strömberger Vorst«. Unter Herzog Eberhard war Simon Pfauz von 1496 bis 1529 riesiger Forstknecht im ~Leonberger Vorst». Es ist anzunehmen, dass der Auricher Flurname »Rittweg« aus dieser Zeit stammt. Die sogenannte Metzgerpost« hat wahrscheinlich auch diesen Weg benützt. Im Jahre 1591 wurde die Kirche umgebaut. Seit dieser Zeit hat sie ihr heutiges Aussehen. Die Zehntscheuer würde 1595 gebaut. Wahrscheinlich stammt auch die Kelter aus dieser Zeit. Im Jahre 1598 hat Schultheiß Joh.Jakob Hölzhäuer das erste Fleckenbuch angelegt, das bis zum Jahre 1670 geführt wurde. Die Ortschronik meldet im Jahre 1608, dass in der»Vorstadt« an der Vaihinger Staffel neue Häuser gebaut wurden.

Aus dem Jahre 1614 ist der Weinbau erstmals erwähnt worden. Der Weinort Aurich hatte junge Wengert« angelegt. Das Ortswappen zeigt heute noch davon. Die Weinberghape ist das Symbol der Auricher.

Im 30jährigen Krieg meldet Aurich den Verlust von 17 Häusern. Der Ort bestand damals aus insgesamt 50 Häusern. Der Krieg hat auch die Orte »Wintergeißlingen« und »Weiler« ausgelöscht. Die Markungen dieser Orte wurde an die angrenzenden Gemeinden Riet, Nußdorf, Roßwag und Enzweihingen, Aurich bzw. Großglattbach und Aurich aufgeteilt.

Im Jahre 1622 wird aus Oelbronn bekannt, dass bei einem Überfall durch die Croaten 4 Auricher Bürger mit Namen Beck, Bischof, Schitz und Walter getötet wurden. Ein Konrad Eisenmann wurde vermisst. Wahrscheinlich ist er »verbronnen«. Die Pest forderte im Jahr 1635 viele Tote. Das »Totenbuch« aus Brackenheim meldet 994 Leute, die an der Pest starben. Darunter auch Leute aus »Urach« und anderen Orten. In den Jahren nach dem Krieg sind schwere Fronen an die Herrschaft zu leisten. Der spanische Erbfolgekrieg (1704) und der polnische Erbfolgekrieg (1733) hinterließen große Schäden im Ort.

Die Ortschronik meldet im Jahre 1760 eine Brücke für die Nußdorfer am Lindenplatz. Am 15. Februar 1769 wurde das »Auricher Eydts Buch« angelegt. Es wurden folgende Berufseide verzeichnet: Schultheiß, Ratsverwandter, Gerichtsschreiber, Forstschütze, Feldschütze, Kuhhirte, Schweinehirte, Schäfer, Untergänger, Feldstäußler, Steuersetzer, Schadenbeseher, Fleischschätzer, Werkmeister, Keltermeister, Kelterleut, Weinträger, Küfer, Hebammen, Rugrichter, Feuer- und Baubeseher, Vieh-, Feld- und Pferchmeister, Heumesser, Nachtwächter, Bürger und Beisitzer.

Im Jahre 1839 wurde das heut noch benützte Backhaus gebaut. In den Jahren 1846/47 wurde mit einem Aufwand von 6800 fl (Gulden) das heutige Schulhaus erbaut. Es gab auch ein gemeindeeigenes Waschhaus. Die Zehntscheuer ging 1851 in Privatbesitz über und wurde 1971 abgebrochen. In den Jahren um 1830 entfaltete sich in Aurich eine rege Bautätigkeit. Die Neubauten verlassen den engen Kreis um Rathaus und Kirche. Es wird am alten und neuen Nußdorfer Weg und in der Hälden gebaut; auch an der Vaihinger Staffel gibt`s neue Häuser. Mit der Jahrhundertwende kam auch die neue Zeit nach Aurich. Das Zeitalter der Industrialisierung ist angebrochen. Das alte Weber-Handwerk wurde aufgegeben, die Webstühle wurden stillgelegt; auch das Spinnrad ist zu dieser Zeit aus der Wohnstube verschwunden.

Im Jahre 1905 wurde der Ort Aurich an das Telefonnetz angeschlossen. Ein recht interessantes Ereignis war im Jahre 1920, der Bau der Vaihinger Straße. Bis dahin wurde der gesamte Verkehr in nördlicher Richtung über die Vaihinger Steige, die Haselsteige oder über den Linsenberg abgewickelt. Das Jahr 1911 brachte das elektrische Licht in den Ort. Die EVS liefert seit dieser Zeit vom Enzberger Werk den elektrischen Strom. Damit verschwanden die alten Erdöllampen auf die Dachböden. Für die Feuerwehr war somit auch eine Gefahrenquelle für Brände verschwunden.

Im Jahre 1929 wurde eine Wasserleitung mit Pumpstation und Hochbehälter gebaut. Die Wasserversorgung war gesichert; die Brunnen am Pfarrhaus, an der Staffel zur Rieter Steige und am Waschhaus hatten ausgedient. Zwischen diesen Fortschritten lag der l. Weltkrieg, der in die Reihen der Auricher auch tiefe Lücken gerissen hat.

Zur Zeit der Inflation konnten in Aurich keine wesentlichen Fortschritte verzeichnet werden. Es wurden trotzdem an der neuen Straße nach Vaihingen einige Häuser gebaut. Die Einwohnerzahl wurde im Jahre 1939 mit 508 verzeichnet.

Der Zweite Weltkrieg forderte viele Gefallene und Vermisste aus unserem Ort. Das Ende des Krieges brachte auch einen ungeheueren Schreck für die Bevölkerung. Am Abend des 8.April 1945 belegten die alliierten Truppen das Oberdorf mit Artilleriefeuer. Bei diesen Kämpfen in der Nähe unseres Ortes sind 7 Wohnhäuser und 13 Scheunen abgebrannt; mehrere andere Gebäude wurden beschädigt. Nach dem Krieg stieg die Einwohnerzahl kräftig an. Im Jahre 1950 waren es 657 Einwohner. Die Heimatvertriebenen aus dem Sudetenland, aus Bessarabien und aus anderen Ostgebieten fanden hier eine neue Heimat. Nach Kriegsende übernahm Wilhelm Holzhäuer, der frühere Gemeindepfleger, das Bürgermeisteramt. Im Jahre 1949 wurde dann Albert Müller zum Bürgermeister gewählt, das er bis zum Jahre 1963 ausübte. Während dieser Zeit wurde die Bach korrekter bewältigt und der Ort teilweise kanalisiert. Die Gefahr der überfluteten Keller im Unterdorf war gebannt. Die Feuer­wehr musste vorher immer wieder ausrücken und die Keller leer pumpen, damit die Most - und Weinfässer wieder trocken gelegt waren.

Im Jahre 1963 wurde Hans Sautter zum Bürgermeister von Aurich gewählt. Die Einwohnerschaft war auf 712 gestiegen. Durch Bereitstellung von baureifem Gelände gab es einen ständigen Bevölkerungszuwachs. Am 23. Februar 1968 wurde mit der an diesem Tag geborenen Michaela Stefanie Schurrer die »Tausender-Schallmauer« durchbrochen.

Mit der Gründung des TSV Aurich im Jahre 1967 wurde auch die Notwendigkeit eines Fußballplatzes und einer Turnhalle festgestellt.

Ein langgehegter Wunsch ging in Erfüllung als 1968 ein neuer Kindergarten an der Enzweihinger Steige eingeweiht wurde. Mit der drohenden Eingemeindung nach Vaihingen wurden noch kurzentschlossen der Bau des Sportplatzes und der Turn -und Festhalle an der Nußdorfer Straße in Angriff genommen. Im Nachhinein kann man feststellen, dass diese Entscheidung richtig war; wer weiß, wann Aurich eine so schöne Halle erhalten hätte. Gleich­ zeitig wurde auf der 489 ha großen Markung eine Flurbereinigung vorgenommen. Für die Auricher Landwirte ist nun die Arbeit auf weniger Grundstücke verteilt. Es lässt sich viel rationeller arbeiten. Für die Kinder wurde ein schöner Spielplatz unter den Linden und im Weiler geschaffen. Es ist schön, solche Freizeitangebote zu besitzen.

Aufgrund der Ansiedlung von Industriebetrieben ist Aurich nicht nur Wohn- und Schlafstätte von Arbeitern und Angestellten; man kann sagen es ist eine gute Zusammensetzung von Wohn- und Gewerbegebieten vorhanden.

Die Einwohner von Aurich wurden am l. Januar 1975 zu Vaihinger Bürgern, d.h. die Eingemeindung hat uns zum 9. Stadtteil der großen Kreisstadt Vaihingen gemacht. Die Einwohnerzahl beträgt zum jetzigen Zeitpunkt 1438 Einwohner.

Rückblickend lässt sich sagen, dass in dem Ort, der nun beinahe 900 Jahre alt ist, eine Gemeinschaft besteht, die sich vorzeigen lässt. Sei es nun der Schützenverein, der TSV, der Gesangverein oder andere örtliche Vereinigungen, überall ist man für einander da, so wie die Feuerwehr für die Not des Einzelnen helfend bereit ist.

Ein einmalig schönes Ensemble alter Giebel malt in Aurich das Bild der guten alten Zeit. Auch hier spürt der Besucher noch den Hauch der Geschichte, die den Auricher Bürgern – auch "Schnecka" - genannt in jüngster Zeit doch viel Veränderung gebracht hat. Unsere größte Sorge ist der starke Durchgangsverkehr auf der Landesstraße 1135, unter dem die Auricher Bürger zu leiden haben. Alle Pläne, eine Umgehung zu bauen, sind bisher an den hohen Kosten und der Landbeschaffung gescheitert. So müssen wir vorerst weiter mit dem Verkehr leben und hoffen, dass unsere ehrwürdige Johanneskirche und das alte Fachwerk-Rathaus, die schon viele Stürme überdauert haben, auch die modernen Zeiten überstehen.

 

Wo liegt die große Kreisstadt Vaihingen an der Enz

An der Westgrenze des Landkreises Ludwigsburg und am Rande der Region Stuttgart gelegen, ist Öffnet externen Link in neuem FensterVaihingen an der Enz mit seinen 26.200 Einwohnern ein rasch wachsendes Mittelzentrum. Einen starken Wachstumsimpuls erhielt die Stadt 1990 mit der Öffnung des neuen Bahnhofs an der DB-Schnellbahntrasse Stuttgart-Mannheim. Die zentrale Lage und die gute Verkehrsanbindung sind die größten Vorteile der Gemeinde. Daher wurden große Wohn- und Gewerbegebiete ausgewiesen.

Die Große Kreisstadt bietet heute rund 7.500 Arbeitsplätze in mittelständischen Gewerbe- und Handwerksbetrieben sowie in der Landwirtschaft. Doch dies ist nur einer der Gründe, der Vaihingen an der Enz zu einem attraktiven, von den Einwohnern geschätzten Standort macht. Hervorzuheben ist besonders die ausgezeichnete Infrastruktur, das rege Vereinsleben, die zahlreichen Freizeiteinrichtungen und das vielfältige Kulturangebot. Ein idealer Ort zum Wohnen, Arbeiten und Leben.

Vaihingen ist eine Flächenstadt mit neun Stadtteilen, die sich in Nord- Süd-Richtung über 17 km erstreckt. Die Umgebung lädt ein zu ausgedehnten Spaziergängen, die Erholung und Entspannung bieten. Einprägendes Landschaftselement sind die ca. 250 ha Rebflächen. Für ihre Bemühungen um den Weinbau wurde die Stadt 1987 vom Internationalen Weinamt in Paris geehrt: Vaihingen darf sich mit dem Titel „Stadt der Rebe und des Weines“ schmücken.

Im Jahre 779 wird der Ort erstmals erwähnt und für das Jahr 1096 ist in den Quellen eine Burg Vehingen belegt. 1339 wird Vaihingen an der Enz als Stadt erwähnt. Die Burg Kaltenstein, die durch zwei Mauern mit der Stadt verbunden ist, wurde 1570 umgebaut und im 18. Jahrhundert durch Festungswerke verstärkt. Heute beherbergt sie ein Jugenddorf des CVJM. Von der ehemaligen Stadtbefestigung sind noch Reste der Mauer, der schlanke Haspelturm und der dicke Pulverturm an der Enz erhalten.