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Die Erdmännle von Aurich

Frau Bärbel Müller aus Aurich erzählte im März 1986 den Viertklässlern der Grundschule in Riet im Rahmen einer Gemeinschaftsarbeit über das Thema: "Eine Grundschulklasse forscht nach Ortssagen" von den "Erdmännle bei Aurich".

"Als ich so alt war, wie ihr jet ihnen kommen und haben Rat und Hilfe holen können. Zum Beispiel, wenn einer krank war, dann haben die Männle heilkräftige Kräuter gehabt und bereiteten entsprechende Tränkle zu. Und jetzt wird erzählt, dass ein Bauer auf dem Feld beim Pflügen gewesen ist. Zu dieser Zeit hat man noch mit Kühen geschafft, da ist es langsam gegangen. An jenem Tag, als der Bauer auf dem Feld war, ist es warm gewesen und heiss. Es war fast Mittag. Der Bauer hat sich gedacht, jetzt macht er noch fertig, dass er mit seinen Kühen nicht nochmals den ganzen Berg rauf muss und sie sich nicht doppelt plagen müssen. So hat er vor sich hingeseufzt: ,Ach, wenigstens was zum Trinken haben, das wäre jetzt gut' . Und als er ans Ende des Feldes gekommen ist, stand da ein Teller mit Pfannkuchen und ein Krug mit ganz reiner, kühler saurer Milch, und für die beiden Kühe war ein Eimer Wasser da. Der Bauer wusste, das haben ihm die Erdmännle hingestellt. Dankbar hat er getrunken, gegessen und seine Kühe getränkt. Dann hat er das Geschirr und den Eimer schön auf die Seite gestellt und hat weitergearbeitet. Er wusste, die Männle wollten nicht beobachtet werden, wenn sie die Sachen wieder abholen. Ein anderer Bauer, Tage später, der war nicht so verständig, aber neugierig. Als er gegessen hatte, versteckte er sich und hat gewartet, bis die Männle gekommen sind und das Sach abgeholt haben. Der Bauer wollte partout wissen, warum bei denen die Milch so schön kalt bleibt. So kalt bringt es bei ihnen im Dorf niemand hin. Er ist ihnen hinterher geschlichen und hat geguckt. Die Erdmännle haben ihn dabei entdeckt und schlugen die Türe zu. Und seitdem ist sie zu. Man merkt nicht mehr, dass sie kommen und helfen. Vielleicht tun sie es heimlich? Unser Vater hat gesagt, vielleicht, wenn ihr ganz ruhig seid, wenn ihr wartet, vielleicht kommt einmal eines raus. Da ist ein Spalt unten drin und man meint, es geht immer was raus und rein. Ja, das war die Geschichte von den ,Auricher Erdmännle'."zt, hatten wir zu Hause nicht einmal ein Radio, geschweige denn Fernseher oder Schallplatten. Aber wir haben etwas anderes gemacht. Am Sonntag zum Beispiel haben wir unseren Vater so lange geplagt und haben ihn gebeten, dass er mit uns Kindern spazieren gehen solle. Endlich ist er dann aufgestanden und ging mit uns spazieren. Und dann sind wir immer zu ganz bestimmten Stellen gegangen. In Aurich hat ja jedes Feld seinen eigenen Namen. Da gibt es den Weiler, den Hasenlauf die Erdhäusle, die Schlossäcker, den Flehenpfad ...Dort, wo der Spielplatz ist, hat unser Vater dann die Geschichten erzählt; sie sind gar nirgends aufgeschrieben, und man kann sie auch nicht nachlesen in Büchern. So will ich heute versuchen, euch die Geschichte von den Erdmännle zu erzählen.

Dort, wo der Wald aufhört, da kommt man an eine kleine Senke, die ist vielleicht 30 m lang. Es sieht aus wie ein kleiner Steinbruch. Steinhügel, es stehen Bäume dazwischen und das ist die Wohnung von den Erdmännchen. Die Senke zieht sich von Westen nach Osten. Am Westende ist eine Felswand. Die ist drei Meter hoch. Und in der Felswand ist ein viereckiger Block, so gross wie eine richtige Türe. Und da hat unser Vater zu uns gesagt: ...Gucket, das ist die Türe, die zu den unterirdischen Wohnungen der Erdmännchen" geht'. Die Felder oberhalb vom Wald heissen Erdhäuser. Die Erdmännle sollen fleissige, hilfsbereite Leute gewesen sein und als die Steintüre noch offen war, haben die Menschen zu ihnen kommen und haben Rat und Hilfe holen können. Zum Beispiel, wenn einer krank war, dann haben die Männle heilkräftige Kräuter gehabt und bereiteten entsprechende Tränkle zu. Und jetzt wird erzählt, dass ein Bauer auf dem Feld beim Pflügen gewesen ist. Zu dieser Zeit hat man noch mit Kühen geschafft, da ist es langsam gegangen. An jenem Tag, als der Bauer auf dem Feld war, ist es warm gewesen und heiss. Es war fast Mittag. Der Bauer hat sich gedacht, jetzt macht er noch fertig, dass er mit seinen Kühen nicht nochmals den ganzen Berg rauf muss und sie sich nicht doppelt plagen müssen. So hat er vor sich hingeseufzt: ,Ach, wenigstens was zum Trinken haben, das wäre jetzt gut' . Und als er ans Ende des Feldes gekommen ist, stand da ein Teller mit Pfannkuchen und ein Krug mit ganz reiner, kühler saurer Milch, und für die beiden Kühe war ein Eimer Wasser da. Der Bauer wusste, das haben ihm die Erdmännle hingestellt. Dankbar hat er getrunken, gegessen und seine Kühe getränkt. Dann hat er das Geschirr und den Eimer schön auf die Seite gestellt und hat weitergearbeitet. Er wusste, die Männle wollten nicht beobachtet werden, wenn sie die Sachen wieder abholen. Ein anderer Bauer, Tage später, der war nicht so verständig, aber neugierig. Als er gegessen hatte, versteckte er sich und hat gewartet, bis die Männle gekommen sind und das Sach abgeholt haben. Der Bauer wollte partout wissen, warum bei denen die Milch so schön kalt bleibt. So kalt bringt es bei ihnen im Dorf niemand hin. Er ist ihnen hinterher geschlichen und hat geguckt. Die Erdmännle haben ihn dabei entdeckt und schlugen die Türe zu. Und seitdem ist sie zu. Man merkt nicht mehr, dass sie kommen und helfen. Vielleicht tun sie es heimlich? Unser Vater hat gesagt, vielleicht, wenn ihr ganz ruhig seid, wenn ihr wartet, vielleicht kommt einmal eines raus. Da ist ein Spalt unten drin und man meint, es geht immer was raus und rein. Ja, das war die Geschichte von den ,Auricher Erdmännle'."

Autorin: Bärbel Müller